Luca Skarupke

alles muss in die gläser

wir gehen
anschauen und abreissen

lassen hinter uns:
das frühstückszimmer, eigentlich
hättest du das hörnchen angebissen
vor deinem ersten bier

schnell raus

wir müssen den park sammeln gehn
und alles was sonst noch passiert
auf dem kottbusser damm

du mit den augen
ich deine hände
auf dem gehsteig
an den wänden des viertels
du mit dem mund
ich deine hände

du erklärst mir die flächen
die nervenden leute

anhören: was dich schmerzt
aufmachen: wo du rein willst

ich belle für dich
ich trete zur seite

du stopfst jeden tag in ein glas
deine ganze wohnung ist voll davon
kaum zu betreten
nur die tische frei
in der küche sei
es einmal sauber gewesen
sagst du

aber was die tage rein kommt
darf nicht raus
nichts wegschmeissen
nichts aufessen

alles muss in die gläser
die du aufmachst in gesprächen später
ersatzweise
in den kneipen in den galerien

seit du vor ein paar jahren
nach einem sekundenschlaf
für monate nicht erwacht bist
bist du tagesgierig
aber wochenblind

wir holen die welt
zu dir nach hause
und schließen luftdicht ab

reihen sie auf

jedes glas
soll für dich
einen weg zurück bedeuten

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